AG
Trans*emanzipatorische
Hochschul-Politik


Selbstverständnis

Wir sind Trans*leute, die an Hochschulen sind. Wir arbeiten daran, die Studien- und Arbeitsbedingungen für Trans*leute an Hochschulen zu verbessern, z.B. durch Vereinfachung von Vornamensänderungen im Hochschulsystem und Abbau von Trans*diskriminierung im Hochschulalltag. Wir möchten Wahrnehmbarkeit, Sensibilisierung und Awareness für Trans*themen schaffen. Wir würden gerne ein Netzwerk aus Trans*- und Inter*aktivist_innen werden. Derzeit kommen die teilnehmenden Trans*menschen aus verschiedenen deutschen Bundesländern und Österreich. Zudem haben wir ein paar Cispersonen in der Gruppe. Wir freuen uns über Teilnahme von, sowie Vernetzung und Austausch mit Inter*aktivist_innen und -netzwerken und weiteren Trans*aktivist_innen und -netzwerken, auch über Ländergrenzen hinweg. Die Arbeitssprache ist gegenwärtig deutsche Lautsprache. Es ist denkbar, dass zu Tagesordnungspunkten ohne deutschsprachigen Fokus in einer anderen Sprache diskutiert wird. Bei Bedarf versuchen wir gerne Dolmetschung in die gewünschten Lautsprachen und Gebärdensprachen zu organisieren.

Warum verwenden wir den Begriff trans*?

Und was bedeutet das Sternchen?

Grundsätzlich ist es keine einfache Sache, trans* zu definieren, weswegen es wichtig ist, sich zu überlegen, zu welchem Zweck diese Definition geschehen soll. Weder auf der Grundlage von individuellen Lebensläufen, noch von Aussehen, biologischen Merkmalen oder sonst einer „handfesten“ Basis kann es eine klare Definition geben, die bei Eigenschaften von Personen einen Trennstrich zieht, wo trans* beginnt und cis* aufhört. Somit ist es generell – aber insbesondere im Kontext einer politischen Gruppe, die gemeinsam bestimmte Ziele erreichen will – von Bedeutung, trans* als einen politischen Begriff zu verwenden. Dies bedeutet insbesondere für die Begriffe um cis*, dass es darum geht, Privilegien zu benennen und nicht Identitäten o. ä. festzuschreiben. In unserer Gruppe arbeiten somit auch einige Personen, die sich als cis* bezeichnen, aktiv ihre Privilegierungen reflektieren und sich solidarisch für Trans*-Belange engagieren. Ebenso wenig wie eine klare Trennlinie zwischen cis* und trans* gibt es „die“ trans*-Community – es gibt viele Differenzen zwischen uns, andere Diskriminierungsmechanismen als Cissexismus und Zwangszweigeschlechtlichkeit, von denen wir teils privilegiert, teils diskriminiert werden. Und auch innerhalb von cissexistischen und zweigenderistischen Zuständen machen wir nicht alle die gleichen Erfahrungen. Diese Differenzen müssen wir anerkennen und dafür nutzen, zusammen effektiv und umfassend gegen diskriminierende Zustände vorzugehen. Der Begriff trans* ist alles andere als unumstritten, da einige Differenzen zwischen uns nicht in diesen sechs Zeichen Platz zu haben scheinen. Jedoch halten wir den Begriff trans* als politischen Kampf-Begriff für wichtig. Die Unterschiede in unseren Erfahrungen und unseren Bedürfnissen dürfen uns nicht davon abhalten, gemeinsam gegen Unterdrückungen vorzugehen. Trans* bedeutet in diesem Kontext, dass wir fokussiert gegen Cissexismus und Zwangszweigeschlechtlichkeit arbeiten, jedoch immer beachten, dass diese Formen von Unterdrückungen nicht isoliert bestehen sondern Teil sind eines kapitalistischen, rassistischen, sexistischen, beHindertenfeindlichen, unterdrückerischen Systems, das versucht, uns zu spalten, weil wir einzeln schwächer sind. Wir dürfen uns von dieser „teile und herrsche“-Strategie nicht davon abbringen lassen zusammen zu wirken, uns gegenseitig zu unterstützen und positiv und respektvoll mit Differenzen umzugehen. Das Sternchen „*“ in trans* steht für uns als Wildcard, also als Platzhalter, für so viele unterschiedliche Verortungen wie möglich. Sicher werden sich manche mehr und manche weniger mit ihrer persönlichen Identität unter diesen 6 Zeichen fassen wollen, wir hoffen jedoch dass wir trans* als gemeinsamen Kampf-Begriff verwenden können: Ob Person mit Transitionsgeschichte, ob Weder*Noch*Person, ob Mann oder Frau, ob agender, genderqueer, ob transsexuell, ob gender-non-conforming, ob ein anderer oder mehrere der unzähligen bestimmten Namen von Identitäten und Selbstbezeichnungen, die hier nicht genannt sind – lasst uns zusammenarbeiten, nicht trotz unserer Unterschiede, sondern gerade auf der Basis unserer Unterschiede als etwas Positives, das uns gemeinsam stärker werden lässt.

Treffen

Zurzeit treffen wir uns etwa zwei bis drei mal im Jahr an wechselnden Hochschulorten. Die Treffen sind offen für neu Hinzukommende. Das nächste Treffen wird vorraussichtlich im Frühjahr stattfinden. (Das erste Treffen war im August 2014 in Osnabrück, das zweite im Dezember 2014 in Oldenburg, das dritte im Mai 2015 in Frankfurt/Main, das vierte im Oktober 2015 in Darmstadt).

Kontakt & Mailingliste

Wir können über kontakt(at)ag-trans-hopo.org kontaktiert werden, zum Beispiel für Treffensanmeldung, Mitarbeit oder Vernetzung. Für an trans*emanzipatorischer Hochschulpolitik Interessierte gibt es eine Mailingliste. Welche_r auf diese gesetzt werden möchte, schreibt uns bitte eine Mail.

Links

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